Arten von Wärmepumpen


Erdsonde

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Das ganze Jahr über herrschen in einer Tiefe von etwa 10 m Temperaturen von konstant 10 Grad. Dies macht sich eine vertikale Erdwärmesonde zu nutze. Durch den geringen Platzbedarf (ein Bohrloch hat in etwa den Durchmesser einer CD) ist sie für den Einsatz auf kleinen Grundstücken sehr gut geeignet.

Bei Erdwärmesonden fließt das frostsichere Arbeitsmittel durch zwei u-förmige Kunststoffrohre in einem senkrechten Bohrloch. Eine Umwälzpumpe befördert die Sole durch die Erdwärmesonden. Diese nimmt dabei Wärme aus der Tiefe auf und gibt sie an den Verdampfer der Wärmepumpe weiter.

Durch die relativ gleichbleibenen Bedingungen in einer Tiefe ab 10 m ist die Erdwärmesonde insbesondere im Winter bei tiefen Temperaturen sehr effektiv.

Wie tief das Bohloch sein muss, hängt zum Einen vom individuellen Wärmebedarf und zum Anderen von der Wärmeleitfähigkeit des Bodens ab. Bei einem neuen Einfamilienhaus liegt sie im ungefähr bei rund 100 m. Genauere Angaben und weiterführende Information erhalten Sie von einem spezialisierten Bohrunternehmen.

Bitte beachten Sie, dass das Bohren von Löchern für die Erdwärmesonden genehmigungspflichtig ist. Bis zu einer Tiefe von 100 m ist Ihr Landratsamt zuständig. Die richtigen Ansprechpartner für den Main-Tauber-Kreis finden Sie hier. Formulare und Merkblätter zum Thema Erdwärme hat das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hier für Sie zusammengestellt.

Bei Bohrungen mit über 100 m Tiefe ist zusätzlich eine bergrechtliche Anzeige sowie die Bohranzeige nach Lagerstättengesetz beim Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 9, 79095 Freiburg i.Br. (LGRB) durch den Antragsteller erforderlich. Diese holt im Regelfall das für Sie tätige Bohrunternehmen ein. Eine entsprechende Absprache mit dem Bohrunternehmen ist dennoch empfehlenswert.

Es ist darauf zu achten, dass alle erforderlichen Genehmigungen rechtzeitig vor Baubeginn eingeholt werden, da erst nach deren Erteilung mit dem Bau begonnen werden kann.

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Erdkollektor

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Nach dem gleichen Prinzip wie die Erdsonde funktioniert auch der Erdkollektor. Der Unterschied liegt darin, dass beim Erdkollektor kein Tiefenbohrung vorgenommen werden muss. Hier wird in einer Tiefe von 1 - 1,5m ein Schlauch schlaufenartig in den Erdboden eingebracht. Dazu muss das Erdreich abgetragen und zwischengelagert werden. Anschließend wird das Kunststoffrohr verlegt, angeschlossen und überprüft. Zum Schluss wird die entstandene Grube wieder verfüllt.

Die Wärmeleistung ist auch hier abhängig von der Beschaffenheit des Bodens. Am besten für den Wärmetransport geeignet sind feuchte Grundwasserböden. Die Leistung von Erdkollektoren schwankt von 10 W/m² bei trockenen bis zu 35 W/m² bei Grundwasserböden.

Zur Veranschaulichung des Flächenbedarfs kann gesagt werden, wenn die Wärmepumpe 10 kW Leistung hat, so benötigt man bei einer durchschnittlichen Wärmeeintragsleistung von 20W/m2 eine Fläche von 500m2.

Es ist ausserdem zu beachten, das die von den Erdkollektoren benötigte Fläche nicht überbaut oder versiegelt werden darf, da dies eine Auskühlung des Bodens zur Folge hat. Dadurch wird die Leistung der Wärmepumpe stark beeinträchtig.

 

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Wasser-Wasser

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Bei den Wärmepumpen die das Medium Wasser als Wärmequelle nutzen, können grundsätzlich zwei Arten unterschieden werden. Erstens Grundwasser-Wärmepumpen und zweitens Oberflächewasser-Wärmepumpen.

Grundwasser-Wärmepumpen

Für die Nutzung von Grundwasser als Wärmequelle spricht die konstante Temperatur. Selbst an den kältesten Tagen liegen die Temperaturen dieser Wärmequelle konstant bei rund 10 Grad Celsius.

Das Grundwasser wird über einen Förderbrunnen hochgepumpt, die Wärmepumpe entzieht ihm Wärme und anschließend wird das Wasser über einen Schluckbrunnen wieder in das Grundwasser eingeleitet.

Da für solche Wärmepumpen Grundwasser in ausreichender Menge und Qualität vorhandne sein muss, ist ein hoher Planungsaufwand erforderlich. 

Bei stark eisenhaltigem Grundwasser besteht die Gefahr der Verockerung. Das heißt, das sich die Brunnenanlage mit eisenhaltigem Schlamm zusetzt und dadurch verstopft. Infolge dessen kann es zur Beschädigung der Brunnenanlage kommen, welche dann wieder zeit- und kostenaufwendig repariert werden muss. Zu bedenken ist, dass während der Reparaturphase die Beheizung des Gebäudes mit der Wärmepumpe nicht möglich.

Oberflächenwasser-Wärmepumpen

Eine weitere Möglichkeit Wasser als Wärmequelle zu benutzen ist der Einsatz einer Oberflächenwasser-Wärmepumpe. Als Energiequelle bieten sich dabei Seen, Flüsse, Bäche aber auch die Kanalisation an. Dabei wird das Oberflächenwasser dem Verdampfer entweder über Pumpen (bei Seen und Flüsen) zugeführt oder direkt über den Verdampfer geleitet (Abwasser). Auch hier kann es aufgrund der Wasserqualität zu Verschmutzungen kommen. Um dies zu vermeiden ist eine regelmäßige Kontrolle der Pumpenanlage unabdingbar.

Beachten Sie bitte, dass Wasser/Wasser-Wärmepumpen immer einer Genhemigung durch das zuständige Landratsamt bedürfen. Die zuständigen Ansprechpartner für den Main-Tauber-Kreis finden Sie hier.

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Luft

Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Wie auch bei den Wasser-Wärmepumpen können hier zwei Arten unterschieden werden. Auf der einen Seite die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese entzieht der Umgebungsluft über einen Wärmetauscher Wärme und erwärmt damit das Heizungswasser. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann auf drei Arten aufgestellt werden

  • Innenaufstellung - hier befindet sich die komplette Anlage im Gebäude. Es wird lediglich ein Schlauch für die Frischluftansaugung und für den Ablufttransport durch die Aussenwand geführt. Dabei ist darauf zu achten, das kein "Luftkurzschluss" entsteht.
  • Aussenaufstellung - die komplette Anlage befindet sich im Freien. Es werden lediglich die zum Betrieb der Wärmepumpe und die Leitungen für das erhitzte Wasser ins Haus geführt.

  • Splitaufstellung - bei der Splitaufstellung befindet sich nur der Verdampfer im Freien, der Rest der Anlage wird im Haus aufgestellt.

Eine weitere Möglichkeit sich die Umgebungsluft als Ernergiequelle nutzbar zu machen ist die Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie entzieht der Luft Wärme und stellt sie einem Luft-Heizungssystem (Lüftung) zur Verfügung. Dies setzt eine Lüftungsanlage im Gebäude voraus.

Luftwärmepumpen sind preislich günstiger, weil die Komponente zur Aufnahme der Bodenwärme (teure Erdsondenbohrung bzw. Erdwärmekollektor) entfällt. Jedoch ist bei der Anschaffung ein wichtiges Entscheidungskriterium die aktive Fläche in m² des Verdampfers, weil damit auch die technischen Daten (Leistungs- und Arbeitsziffer) höher liegen, als bei solchen mit kleinen Verdampferflächen. Die Effizienz der Luftwärmepumpe ist bei sehr tiefen Temperaturen gering, dagegen bei etwas wärmeren Tagen (etwa +5 bis 0 °C, die ja die Mehrheit der Wintertage aufweist) etwas besser. Sie lässt sich auch bei Altbauten und Sanierungen in bivalenter Nutzung gut anwenden. Ihre Jahresarbeitszahl ist niedriger als bei den anderen Wärmepumpensystemen. Bei der Anlagendimensionierung ist unbedingt zu beachten, dass ab ca -10 °C die Arbeitszahl bei ca. 1,5 liegt.

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